Korsika-Tour im Spätherbst 2003
mit Heiner, Markus und Wolfgang

17.10.- bis 28.10.2003

Irgendwann einigen wir uns über einen gemeinsamen Termin, um die angestaute
Sehnsucht nach Natur, Land, Berge und Kurven auf zwei motorgetriebenen Rädern zu befriedigen.

An Gemeinsamkeiten können wir aufweisen:
- eine BMW-GS (drei Generationen)
- Lust auf Unbekanntes und einen Schuss Kurven(wahn)sinn
- eine Frau, die uns (gerne?) laufen ließ
- ein uns noch unbekanntes "Island"

Abfahrt am 17.10.03 in Rösrath-Hoffnungsthal

zum V E R G R Ö S S E R N bitte die Bilder anklicken !


mit zwei Motorrädern auf dem Anhänger, während der dritte Fahrer abwechselnd auf dem 3. Motorrad selbst fahren muss.

Ankunft in Lambesc , einer kleinen Stadt in der Provence, am Abend!



Besuch bei Xavier ... ... und seiner Familie (mit dem süßen, kleinen Auguste)

Samstag, 18.10.2003 - Was für ein Tag!

Um 5 uhr morgens stehen wir auf, um gegen 6 die fertig gepackten Motorräder die restlichen 100 km nach Toulon zu bewegen. Dort wartet unsere "Mega-Express-Fähre" nach Ajaccio. Das Schiff hat ziemlich hohe Aufbauten in Relation zur Breite - und der Bauch wird mit nur relativ wenigen Autos sowie insgesamt 5 Motorrädern beladen. Also sicherlich eine Überfahrt, die sich für den Reeder kaum rechnet. Pünktlich um 8.15 legen wir ab.

Schon recht bald wird klar, dass dies keine stille Ausflugsfahrt wird. Geplant ist eine Fahrzeit von knapp 5 Std. (geplante Ankunft:14 Uhr). Und zwar mit einer Express-Fähre, denn in der Nacht fahren die Fähren doppelt so lange, weil diese wesentlich grösser sind.

Doch aus den 5 werden 10 lange Stunden.
Die See wird immer wilder, die Stühle fliegen quer durch die Decks und in den Küchen scheppert das Porzellan. Zeitweise kränkt das Schiff derart, dass selbst ich - als erfahrener "Seemann" aus früheren Zeiten einiges gewohnt - ein Kentern befürchte und erstmals etwas Angst verspüre. Wir sehen uns schon in den kalten Wogen des aufgewühlten Mittelmeers nach rettenden Ringen oder Booten suchen, die bei dem herrschenden Wellengang keine Chance hätten. Wenn wieder mal eine riesige Welle auftaucht schlingern wir teilweise nur noch in starker Schräglage steuerlos dahin, da zusätzlich der Sturm das relativ hochaufgebaute Schiff von der Seite erfasst und der Käpten offensichtlich Mühe hat, den Kurs zu halten.


bei hartem Seegang auf weichen Wäschesäcken ... ... die Mega Express: mit 5 Stunden Verspätung recht langsam gewesen

Zudem beschleicht uns die Angst, dass zumindest die Mopeds die Vertäuung nicht überstehen könnten. Da niemand den Laderaum betreten darf, wir uns aber versichern wollen, dass alles ok ist, wende ich einen Trick an. Ich sage, ich müsse unbedingt mein Insulin aus dem Gepäck am Motorrad holen - wegen der vorausgesagten Verspätung. Auf diese Weise kann ich mich davon überzeugen, dass noch keins der Motorräder umgekippt ist. Tatsächlich stehen [noch] alle 3 GS' korrekt und aufrecht da.

Um es abzukürzen: die weitere Fahrt wird teilweise zum Albtraum, aber nach 10 Std. kommt die Fähre doch noch an ihrem Zielhafen Ajaccio an.


wichtig bei Seegang und beim Abstellen auf den Hauptständer: die straffe Sicherung des Hauptständers am Vorderrad, damit das Bike beim
"Abbremsen" des Schiffes (durch tiefes Eintauchen in die See) nicht vom Ständer rutscht!


Markus Motorrad ist beschädigt Die GS ist halb umgekippt und ein Koffer abgebrochen, er kann jedoch fahren. Den Schaden trägt die Reederei - hoffentlich - die den Schaden auf unser Verlangen hin protokolliert.

Wegen der enormen Verspätung kommen wir also im Dunklen an und haben weder gegessen noch eine Unterkunft. Sämtliche Hotels in der Nähe sind wegen der an diesem Wochenende laufenden Korsika-Rally belegt. Glückliche Umstände und Markus Sprachkünste vermitteln uns dann einen Zeltplatz, 25 km nördlich von Ajaccio. Also gehen wir noch einkaufen und fahren dann - hundemüde und ziemlich bepackt - spät in der Nacht auf korsischen Kurven zum Zeltplatz, den wir dank GPS-Navigation recht gut finden. Gegen 23 Uhr bauen wir die Zelte auf.




zum Vergrößern bitte das Bild anklicken

CAMPING LE LIAMONE, F 20118 SAGONE, Tel.: +33 0495 522905
GPS-Position: N 42,080 E 08,745
Ausgangspunkt für die ersten 3 Touren


In der Zeit vom 19.10. bis 27.10. (Inselzeit) sind wir insgesamt 7 Touren gefahren. Nicht mitgerechnet die Fahrt vom Zeltplatz Le Liamone nach Porto Vecchio (zum Chalet auf dem Zeltplatz Le Trinite), da dies ein reiner Standortwechsel im Regen war, sowie die Fahrt von Corte nach Ajaccio (Rückfahrt zur Fähre für die Heimreise). Insgesamt sind wir ca. 1.500 Insel-Kilometer gefahren.



Die einzelnen Touren kannst du im folgenden anklicken - dann öffnet sich jeweils eine neue Seite mit den Bildern der Tour!
Die Farben der Routenorte markieren die Farben der Routen auf den Karten!



Tour 1
Sonntag, 19.10.2003 - Ausgangspunkt Zeltplatz Le Liamone
  
Sagone - D70 Vico - D156 Letia - Renno (Poggio) - D70 Col de Sevi - Cristinacce - D24 Marignana - D84 Porto - D81 Piana, Les Calanches - Cargese - Sagone


Tour 2
Montag, 20.10.203 - Ausgangspunkt Zeltplatz Le Liamone

Liamone - D1 Ambiegna - D125 Rezza - D4 Salice-Rosazea-Muna-Murzo- Pont de Belfiori - Vico - D1 Ambiegna - Liamone


Tour 3
Dienstag, 21.10.2003 - Ausgangspunkt Zeltplatz Le Liamone

D70 Col de Sevi - D84 Col de Verghio - Calacuccia (Barrage) - Lozzi-Refuge de L'Erco (Hütte am Monte Cinto) - D18 Corte - D623 Gorges de la Restonica - N193 Col de Vizza Vona - Bocognano - Ajaccio - D81 Liamone


keine wirkliche Tour
Mittwoch, 22.10.2003 - Ausgangspunkt Zeltplatz Le Liamone
Standortwechsel vom Zeltplatz Le Liamone zum "Chalet" nach Trinite (Porto Vecchio)


LeLimione - D81 Ajaccio - N196 Propriano-Sartene - D859 Figari-Porto Vecchio - N198 Ste-Trinite



Tour 4
Donnerstag, 23.10.2003 - Ausgangspunkt Porto Vecchio (Trinite)


Ste-Trinite - D 759 Palavese - D 368 L'Ospedale (Barrage) - D 368 Zonza - D 268 Levie - Ste-Lucie-de-Tallano - D 548 Tirolo - D 248 - D59 Sotta -
D 59-N198 Bonifacio - D 260 Capo Pertusato - und zurück über die N 198 Porto Vecchio - Ste-Trinite


Tour 5
Freitag, 24.10.2003 - Ausgangspunkt Porto Vecchio (Trinite)


Ste-Trinite - N 198 Ste-Lucie-de Porto Vecchio - D 168a Schotterpiste ins Massif de Zonza est - weiter auf nicht näher bezeichneter Piste bis zur D 368
- D 368 Zonza - D 268 Col de Bavella - Solenzara - N 198 Favone - D 168 Conca - D 168a Pinarellu - Ste-Trinite


Tour 6
Samstag, 25.10.2003 - Ausgangspunkt Porto Vecchio (Trinite)
Standortwechsel von Trinite (Porto Vecchio) nach Corte


Ste-Trinite - N 198 Caterragio - N 200 Corte
Corte - N193 Ponte Leccia - D147 Gorges de l'Asco - Haut Asco - und zurück nach Corte



Tour 7
Sonntag, 26.10.2003 - Ausgangspunkt Corte
Nach Norden in die Desert des Agrigates


Corte - N 193 Ponte Leccia - N 197 (ca.10 km) - auf D12 li. nach Novella - N 2197 Belgodere - N 197 - D 81 Bocca di Vezzo
- nicht näher bezeichnete Piste zum Strand (Alga Putrica) durch die Desert des Agriates und zurück - D 81 Ste Florent
- D 82 Oleta-Ortale - N 193 Casamozza - Ponte Leccia - Corte


Tour 8
Montag, 27.10.2003 - Ausgangspunkt Corte
von Corte zur Fähre nach Ajaccio

Auf der Fähre von Ajaccio nach Toulon: Eben hier sitzen wir und genießen ein letztes Sonnenbad, diesmal bei ruhiger See und in Erwartung einer pünktlichen Ankunft.